18. Nov 2009

20 Jahre Restaurant–Theater – zwei Jahrzehnte Touristenattraktion?

Zukunft von Dinnershows

Wenn ein Unternehmen mit erheblicher touristischer Relevanz Jubiläum feiert, dann sind  auch wir natürlich dabei !  So folgten mehr als 60 Kolleginnen und Kollegen der Einladung von Hans-Peter Wodarz, allgemein als Pionier der Erlebnisgastronomie bekannt, in sein Berliner Palazzo. Um mit ihm, eine Woche nach der erfolgreichen Premiere, über Aktuelles und Zukünftiges der Entertainment- Gastronomie zu diskutieren. Folkert Koopmans , Geschäftsführer und Chefproduzent  diverser Palazzoproduktionen, assistierte sachkundig.

20 Jahre RestaurantFolkert Koopmans, Chefproduzent von Palazzo-Produktionen, Christian Lohse, Küchenchef im Hotel The Regent Berlin, Hans-Peter Wodarz, Erfinder der Erlebnisgastronomie in Deutschland, und Honza Klein, Berliner Journalist (v.l.n.r./Foto: Dr. Simon Harik)

Der Hauptstadt einziger 2-Sternekoch und Berliner Meisterkoch 2009 Christian Lohse argumentierte nicht nur als Ideengeber für das aktuelle Vier-Gang-Menü witzig – schlagfertig. Moderiert wurde das anregende Gespräch gekonnt vom Journalisten-Kollegen Honza Klein. Das Fazit im nostalgischen Spiegelpalast am Hauptbahnhof: 20 Jahre Erfolg bestätigen, dass dieser gekonnte Mix aus kulinarischen und künstlerischen Highlights von den Gästen geschätzt und nachgefragt wird.

Allerdings muss das Preisniveau den Leistungen von Küche und Service bei den servierten Gängen, aber auch hinsichtlich der Unterhaltung durch Conferenciers (witzig, Pointenfeuerwerk, ohne primitive Geschmacklosigkeiten) , der Musik (Lautstärke) , von Artistik und Slapstick-Comedy nicht nur entsprechen . Sondern das Programm muss flexibel, also standort – und gästegruppenbezogen sein.  Werde das mit immer neuen Ideen und innovativen Kreationen verbunden , dann hätten Gourmet-Theater und alle möglichen Spielarten auch in zwanzig Jahren noch ihre Chance. So die einhellige Meinung auf dem Podium. Profitieren davon und sogar auch von den unzähligen TV-Kochshows könnte sogar die gesamte gehobene Gastronomie, die sich von sogenannten  Gourmet-Tempeln (“das Schweigen der Schlemmer“) immer mehr hin zu Stätten genussvoller Lebensfreude entwickeln würde.

Wie das so geschehen könnte, dazu gab es gleich Vorschläge aus dem Auditorium. Allerdings werden auch in der Zukunft Kostenniveau und Zahlungsbereitschaft von Gästen, aber ebenso Sponsoren und Investoren die Grenzen selbst für noch so tolle Konzepte ziehen. So oder so.  BTM-Projektentwickler Buchholz bestätigte, das Palazzo in Hauptbahnhofsnähe brächte den Berlin-Besuchern erheblichen Zusatznutzen und sei ein wichtiger Faktor für den Tourismus. Die Berlin Tourismus Marketing GmbH werde das Thema Gastronomie 2010 in ihren Werbeaktionen sogar weit nach oben rücken.

Auf Einladung von Hausherr Wodarz konnten die Tourismus-Dialog-Teilnehmer dann dankenswerter Weise bei der ca. dreieinhalb Stunden Show sehr praxisnah erleben, was vorher wortreich auf dem Podium erläutert wurde. Auch hier ein vielstimmiges “Ja“ zu diesem attraktiven Programm. In seiner Bereicherung der breiten Angebotspalette für Hauptstadtbesucher.

Neben Berlin (nur hier steht Hans-Peter Wodarz für die Dinner-Show / noch bis 31. Januar 2010, Verlängerung bis 7. Februar  geplant)  gastiert Europas erfolgreichstes Gourmet-Theater (O-Ton Unternehmen) noch in Frankfurt/Main, München , Stuttgart , Amsterdam und Wien. Allesamt unter dem Dach der Palazzo GmbH Hamburg. Für alle Kollegen, die noch tiefer in das Thema eintauchen, zu Geschichte und Philosophie recherchieren wollen, hier noch ein paar Anmerkungen von HPW persönlich. Der sagte 1978 in einem Interview: “ Wenn zum Beispiel die Tomatensuppe serviert wird, haben alle Kellner rote Jacken an, das Restaurant erglüht im roten Licht und ein Jongleur wandert von Tisch zu Tisch und jongliert mit roten Tomaten. Das Restaurant wird zur Bühne. Zwischen den Menüfolgen: Gedichte, Tanz, Artistik “.

Die Idee der Erlebnis-Gastronomie , das Restaurant-Theater war geboren.

Oder: “Die deutsche Zunge lernt laufen“. Es dauerte dann weitere Jahre , bis die Show “Pomp Duck und Circumstance “ in einem Spiegelzelt auf Tournee gehen konnte .

Übrigens: die Leitsätze von damals “Verwundern – Begeistern – Verzaubern“  gelten heute ebenso wie vor 20 Jahren. Und auch zukünftig wird es heißen  “Nur wer selbst begeistert ist, kann andere begeistern“.

Aber das gilt wohl zugleich für das Verhältnis Journalist – Leser !

Hans-Jörg Jarofke

Tourismus Dialog Berlin