BER – Magnet für zunehmende Berlin-Reisen
Unter diesem Titel trafen sich am 10. November 2011 rund 100 Journalisten und Vertreter der Tourismusbranche im Berliner Hotel Park Inn am Alexanderplatz.
Gesprächsführer Alfred Eichhorn, der ausgesprochen locker durch die Diskussion führte, hatte diesmal eine dankenswerte Aufgabe. Der neue Hauptstadt-Flughafen, da ist sich nicht nur die große Mehrheit der Berliner und Brandenburger einig, wird endlich einer dieser Leuchttürme im Osten Deutschlands, von denen die Politik gern spricht und die Wirtschaft Wachstum erwartet. Berlin und Umland werden deutlich von dem derzeit größten Infrastrukturprojekt Europas profitieren, wenn es dann am 3. Juni 2012 wie geplant den Betrieb aufnimmt.

Prof. Dr. Rainer Schwarz, Sprecher Geschäftsführung Berliner Flughäfen, Martin Biesel, Bevollmächtigter für Politik Air Berlin, Alfred Eichhorn, Moderator, Wolfgang Weber, Pressesprecher Deutsche Lufthansa, und Burkhard Kieker, Geschäftsführer visitBerlin (v.r.n.l./Foto: Gero Schreier)
Gleichermaßen bringt dies dem Airport selbst erheblichen Nutzen, versicherte Prof. Dr. Rainer Schwarz, Sprecher der Geschäftsführung der Berliner Flughäfen, der ein dynamisches Wachstum erwartet. Mittelfristiges Ziel sei es, unter die Top 10 der europäischen Flughäfen zu kommen und in Deutschland zu München aufzuschließen. Um dies zu erreichen, sei es notwendig, „Verkehre zu verknüpfen und die Langstreckenverbindungen deutlich auszubauen“, wie es tendenziell Air Berlin und internationale Carrier bereits vormachen. Lange Zeit wurde die Ambition Berlins als Drehkreuz belächelt, jetzt tut sich einiges in dieser Richtung. Nicht zuletzt das kürzlich in der deutschen Metropole stattgefundene World Routes-Forum lenkte die Aufmerksamkeit der Fachwelt auf den neuen Flughafen.
Martin Biesel, Bevollmächtigter für Politik bei Air Berlin, bekräftigte die Strategie der Airline, Berlin im Rahmen der One-World-Allianz wesentlich enger an internationale Ziele zu binden. Air Berlin sieht den neuen Flughafen als Chance, auch Passagieren aus Polen und der Tschechischen Republik noch bessere internationale Verbindungen anzubieten. Mit den Nonstopflügen nach New York und ab Sommer auch nach Los Angeles geht die Airline dabei einen wichtigen Schritt.
Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber war die Erleichterung darüber abzulesen, dass die Lufthansa nun ihre Berlin-Strategie vorgestellt hat. Mit 30 neuen Zielen ab Sommer 2012 erweitert die Kranich-Airline ihr Berlin-Engagement deutlich. Die Berlin-Flotte wächst von neun auf 15 Flugzeuge, und die Lufthansa will auch künftig in Berlin überproportional wachsen.
Darüber freute sich besonders Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. Schließlich reisen 40 Prozent der Touristen mit dem Flugzeug an, bei Gästen aus dem europäischen Ausland beläuft sich die Quote sogar auf 70 Prozent. Um die Berlin-Besucher gleich an Ort und Stelle bestmöglich zu betreuen, plant visitBerlin auf dem Flughafen ein neuartiges „Welcome Center“ mit 25 bis 30 Mitarbeitern, die sich um Reisende kümmern werden.
Damit dürfte sich der neue Flughafen tatsächlich zu einem Besucher-Magneten entwickeln. Offen bleibt die Frage, wann er erweitert werden muss. Hoffen wir darauf, dass die Finanzkrise die hellen Zukunftsaussichten nicht eintrübt.
Michael Juhran
