Berlin leuchtet – auch im Winter
Wie Illumination und Weihnachtsmärkte noch mehr Touristen anziehen können
Das touristische Winterangebot Berlins ist eine Erfolgsstory. Nach dem Prinzip „Never change a winning team“ sind höchstens ein paar Kleinigkeiten zu optimieren. Darin waren sich die Teilnehmer am Medientreff des Tourismus Dialog Berlin einig, die am 8. Oktober 2009 über das Thema „Glänzt Berlin auch im Winter genug?“ diskutierten.

So wird das „Festival of Lights“ vom 14. bis 25. Oktober wieder Farbe ins dunkle Berlin bringen. 55 Gebäude und Orte, ein paar mehr als im vergangenen Jahr, werden illuminiert, sagte Lichtdesign-Geschäftsführer Andreas Boehlke. Ein besonderes Angebot sind „Lightseeing-Touren“ per Bus, Schiff, Limousine und Velo-Taxi. Ob die äußerst erfolgreichen pedalbetriebenen Gefährte nicht auch im Winter durch Berlin fahren könnten, wurde Velotaxi-Geschäftsführer Dr. Anselm Franz gefragt. Passagiere könnten mit Decken und Glühwein versorgt werden. So weit sei die Firma noch nicht, die im Winter ganz gerne eine kreative Denkpause habe, sagte Franz. Dabei komme man auf verrückte Ideen, wie sie eben nur in Berlin möglich seien. Eine davon ist die „bboxx“. Diese kompakten Verkaufsstände, die flexibel aufgestellt werden können, werden die Berliner und ihre Gäste auch durch den Winter begleiten.
Hauptattraktionen des Winters werden wieder die mehr als 60 Weihnachtsmärkte sein – mit steigender Touristenzahl. Der „WinterZauber“ auf dem Gendarmenmarkt soll dabei noch größer und teilweise offen werden, kündigte Veranstalter Helmut Russ an. Er lobte die gute Kooperation unter den Betreibern der verschiedenen Weihnachtsmärkte ebenso wie mit dem Bezirksamt, wünschte sich aber mehr Planungssicherheit, etwa für fünf Jahre anstelle der einjährigen Verträge.
Erfreulich waren die Zahlen, die BTM-Experte und Moderator Gerhard Buchholz präsentierte. Demnach hat sich die Bettenbelegung in Berlin seit 1993 bis heute fast verfünffacht. Berlins Tourismus ist selbst in der Krise um vier Prozent gestiegen, während die Konkurrenz, London, Paris oder New York, starke Rückgänge verkraften muss. „Berlin über den Preis verkaufen“, rät Buchholz. Da sind auch die Low-Budget-Hotels gefragt, wie sie etwa die Meininger-Gruppe anbietet. So kündigte Sascha Gechter, Geschäftsführer Meininger City Hotels, weitere Expansion an, nachdem vor kurzem erst die Sektkorken zur Eröffnung des neuen Hauses am Hauptbahnhof geknallt haben. Zum Abschluss der Diskussion im Restaurant „Amici“ regte Buchholz an, mehr Pakete für die Berlinbesucher zu schnüren. So könnte man die typischen Städtetouristen, die meist nur zwei bis drei Nächte bleiben, zu mehreren Aufenthalten verführen.
Paul Janositz
