18. Feb 2009

Tourismus – neue Chancen für Unternehmer

Emotionen erzeugen statt Hochglanzbroschüren produzieren

Die Atmosphäre war anders als sonst, am 18. Februar dieses Jahres. Ungewohntes Stimmengewirr, aufreizende Hintergrundmusik, Klirren von Gläsern, Blitzlichtgewitter; Bekanntmachen und Vorstellen hier, Bekannte und Freunde herzlich begrüßen dort. Die Ursache für diese Wahrnehmungen?

Berlin Tourismus - neue Chancen für Unternehmen
Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH, Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer der bboxx GmbH Berlin, und Moderator Alexander S. Wolf, Geschäftsführer der Botschaft von Berlin (v. l. n. r.), während der Podiumsdiskussion. (Foto: Daniel Becht)

Der Tourismus Dialog Berlin hatte zum aktuellen MEDIEN-TREFF in die „Botschaft von Berlin“ im Ludwig-Erhard-Haus eingeladen. Experten aus Wirtschaft, Tourismus und Kultur diskutierten zum Thema „Berlin Tourismus – neue Chancen für Unternehmer“.

Moderator Alexander S. Wolf, Geschäftsführer der Botschaft von Berlin, hatte sich fachlichen Beistand mit Dr. Anselm Franz, Geschäftsführer bboxx GmbH, Burkhard Kieker, Geschäftsführer Berlin Tourismus Marketing GmbH, Helmut Russ, Veranstalter WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt, Michael Stiebitz, Geschäftsführer M.A.X. 2001 Sportmarketing GmbH, und Rosemarie Wirthmüller, Geschäftsführerin Antenna Audio GmbH, an seine Seite geholt.

Die über Jahre anhaltende positive Entwicklung des Berlin-Tourismus hat viele neue wie auch gestandene Unternehmen beflügelt, sich diesem Segment zuzuwenden oder sich neu zu positionieren.
Wo und wie aber bietet der Tourismus Chancen, Marktlücken und -nischen zu entdecken, sie erfolgreich zu besetzen? Wo und welche Synergien ergeben sich für die Beteiligten? Wie profitieren der Berlin-Gast und die Hauptstadt selbst davon?

Die Frage, ob und wie sich die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Berlin-Tourismus auswirken werde, beantwortete BTM-Chef Kieker mit einem Vergleich: „Was wir in den zurückliegenden Jahren erlebt haben war Karibik – laues Wasser, nicht mehr. Was uns in den kommenden zwei Jahren erwartet ist die Stimmung am Kap Horn. Und es ist alles in allem für uns eine große Chance, wenn es gelingt, unter diesen Umständen den Berlin-Nimbus zu wahren.“
Nach Kieker’s Meinung sind keine großartigen Power Point Präsentationen und Hochglanzbroschüren das entscheidende Überzeugungsinstrument für die Hautstadtregion Berlin-Brandenburg im Ausland. Erforderlich ist, Emotionen zu erzeugen. Das hat nachhaltige und überzeugende Wirkung weltweit.

Der optimistischen Lagebeurteilung von Kieker schloss sich auch Michael Stiebitz an. Für ihn besitzt Berlin eine Strahlkraft, die international wahrgenommen wird und großes Interesse erzeugt. Deshalb sollte jeder Einzelne seinen Berlinstolz erkennbar und mit Leidenschaft nach außen tragen.

Die Unternehmer der Stadt sind nach den Erfahrungen von Helmut Russ bereit, mehr als bisher für ihr Berlin zu tun, damit es vorn bleibt und weiter gestärkt wird. Das beweisen die große Innovationskraft und die gegenseitige Hilfe. „Deshalb werden im Tourismus, im Gegensatz zu anderen Branchen, auch erforderliche Arbeitsplätze geschaffen.“

Entscheidend für eine nötige Stabilität und die weitere Entwicklung ist die Erkenntnis, dass der vorhandene Kuchen groß genug für alle ist, jeder etwas abbekommt. Deshalb dürfen sich Unternehmer nicht gegenseitig behindern, sondern müssen für einander einstehen und noch stärker als bisher kooperieren, sind die Erfahrungen von Dr. Anselm Franz.

Für Rosemarie Wirthmüller ist es wichtig, die veränderten Besucherstrukturen in der Stadt rechtzeitig zu erkennen, um die Serviceangebote darauf abzustimmen und zu jeder Zeit verfügbar zu haben.

Auf das Thema des Abends gibt es eine klare Antwort: Der Berlin-Tourismus, die Unternehmer der Branche haben trotz aller aktuellen Widrigkeiten eine echte Chance, wenn sie sich zu ihrer Stadt bekennen, dies in die Welt überzeugend hinaustragen und die bestehenden Netzwerke für eine erfolgreiche Tätigkeit nutzen.

Bernd Schenke

Tourismus Dialog Berlin