“Leinen los” – mit Floß und Kanu
Wir hatten gerade die ersten drei “Hundstage” im Juni hinter uns, als der Tourismus Dialog Berlin am 14. Juni 2010 zu “Leinen los” an’s Wasser bat. Die Kulisse des Barock-Schlosses Berlin-Köpenick im Rücken ging es im Gastgeber-Ort Pentahotel, Grünauer Straße, um das immer wieder erfrischende Thema Freizeit auf, am oder im Wasser. Aus aktuellem Anlass stand auf der Agenda ganz oben “Das Märkische Seenland Oder-Spree-Dahme”, genauer gesagt die Ehrung mit dem EDEN AWARD 2010. EDEN steht für European Destinations of ExcelleNce und ist ein Projekt zur Förderung von Modellen eines nachhaltigen Tourismus in der gesamten EU, so die offizielle Definition. 2010 wurden in Deutschland fünf Regionen gekürt, die Qualität, Schönheit und Vielfalt des Wassertourismus unterstreichen und dabei besonders sensibel mit ihren natürlichen Ressourcen und dem kulturellen Erbe umgehen.

Ingbert Liebing, Mitglied des Bundestagsausschusses für Tourismus, Dana Klaus, Tourismusverband Dahme-Seen Königs Wusterhausen, Katrin Reiche-Kurz, Geschäftsführerin des Tourismusvereins Berlin Treptow-Köpenick, und Siegfried Scheffler, Parlamentarischer Staatssekretär a.D., Berlin (v.r.n.l./Foto: Gero Schreier)
Eines dieser fünf Gebiete ist das Märkische Seenland Oder-Spree-Dahme, eingebunden darin die “Märkische Umfahrt”. Auf den Flüssen Dahme und Spree vorbei an Berlin erleben die Reisenden auf Fahrgastschiffen, Ausflugsdampfern, Kanus oder eben Flößen auf rund 200 Kilometern Natur pur. Die drei Damen Dana Klaus, Katrin Reiche-Kurz und Ellen Rußig von den Tourismusverbänden Dahme-Seen Königs Wusterhausen, Berlin Treptow-Köpenick und Oder-Spree Bad Saarow nahmen von Moderator Siegfried Scheffler, Parlamentarischer Staatssekretär a. D., gern den Stafettenstab auf, die territorialen Schönheiten ihrer malerischen Fluss- und Seenlandschaften, engen Kanäle und Schleusen wie auch das Refugium zahlreicher Tierarten anschaulich zu vermitteln.
Jedes Wasserherz wird dabei höher schlagen. Ich selbst bin gern in der Natur, muss aber für mich gestehen, dass ich eine wasserscheue Pflanze bin und lieber festen Boden unter den Füssen habe (aber: ich kann schwimmen und habe bei der Abi-Sportprüfung sogar wagemutig den Sprung vom Drei-Meter-Brett “vollbracht”). Nichtsdestotrotz will ich gern Botschafter für das nasse Element sein und das Erlebnis Märkische Seenlandschaft mit Kugelschreiber und Laptop an meine werten Leserinnen und Leser weiter tragen.
Dabei bin ich noch gar nicht auf den Kanutourismus zu sprechen gekommen. Wo wir doch das Floß mit Kanu samt Paddel in natura in Augenschein nehmen konnten. Zwei freundliche Mitarbeiter vom Seebad Friedrichshagen, Stefanie Splawski und Tino Walter, kamen mit der “Annabella” “angeschippert”, um uns auf besinnliche oder auch abenteuerliche Stunden, wer mag Tage, neugierig zu machen. Ab 80 Euro ist man – führerscheinfrei – dabei. Und wer es zwischendurch mal so richtig sportlich haben will, macht sich mit “angekoppeltem” Kanu auf die Reise. Auf dem Floß selbst finden bis zu maximal zehn Personen Platz. Ganz rustikal schlafen können zwei Personen.
Wasserwanderrastplätze, Übernachtung in Hotels oder Pensionen entlang der 200 km langen Strecke, auch streckenweise Buchungen - vieles kam in Rede und Gegenrede zur Sprache. Einer Laudatio gleich nahmen wir die Worte von Ingbert Liebing, Mitglied des Bundestages und im Tourismusausschuss tätig, auf, als er bedauerte, dass dieser Dialog nicht auf dem Wasser stattgefunden habe. Er gestand ein, diesen schönen Flecken Erde noch nicht zu kennen, obwohl er selber “vom Wasser” komme – aus Nordfriesland, wohnhaft auf Sylt, also mittendrin bei Mutter Natur. Er will das Erlebnis Märkische Seenlandschaft mit seiner Familie unbedingt nachholen, außerhalb von Bundestagssitzungswochen. “Nachahmer” lassen sicher nicht auf sich warten.
Ursula A. Kolbe
