Reisen 2010 – wohin steuert der Tourismus?
Kamingespräch mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus
Ein gut eingestimmter Moderator und sein überaus fachkompetenter Gesprächspartner führten das erste Kamingespräch des Tourismus Dialog Berlin in diesem Jahr zum Thema „Reisen 2010 – wohin steuert der Tourismus?“ zu einem erfolgreichen Eventauftakt für das neue Tourismusjahr.
Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie (rechts), im Gespräch mit Prof. Karl Born, Hochschule Harz Wernigerode (Foto: Udo Lauer).
Nahezu 100 Gäste erlebten am besonders frostigen 27. Januar 2010 im Hotel Maritim Berlin, Stauffenbergstraße, beste und informative Unterhaltung dank einer bemerkenswerten und wissensbasierten Gesprächsführung von Professor Karl Born, Dozent an der Hochschule Harz in Wernigerode, mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, Ernst Burgbacher. Einem kompetenten Vertreter der Politik, der wissen sollte, wo´s zukünftig langgeht.
Aus dem Füllhorn der Themen in diesem Bereich der Wirtschaft hatten sich der Veranstalter und die beiden Akteure auf drei Schwerpunkte der Diskussion geeinigt: Die Tourismusziele 2010, die Mehrwertsteuer in der Hotellerie und die Sicherheit im Flugverkehr.
Dass dem Tourismus im aktuellen Koalitionsvertrag erstmals ein eigenes Kapitel gewidmet wurde, bezeichnete Ernst Burgbacher als wesentliche Voraussetzung zur Erreichung der vielfältigen Ziele in diesem Bereich. Um im internationalen Wettbewerb erfolgreich zu sein, bedürfe es jetzt vor allem der Koordinierung zwischen allen Bundesministerien und einer engen Zusammenarbeit von Bund und Ländern, damit erforderliche Rahmenbedingungen – wie eine funktionierende Infrastruktur - durch die Politik für die Tourismuswirtschaft geschaffen werden.
Für Deutschland gebe es große Chancen im Städtetourismus, auch Regionen wie Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg bieten optimale touristische Voraussetzungen mit konkurrenzfähigen Angeboten.
Die Zwiespältigkeit der eingeführten Mehrwertsteuersenkung für das Hotelgewerbe wird in diesen Tagen und Wochen offensichtlich. Der FDP-Politiker Burgbacher verteidigte die Entscheidung, weil sie Deutschland im internationalen Wettbewerb helfe. Er plädierte allerdings dafür, dass die eingesparten Mittel umgehend investiert werden, besonders in Personal, Weiterbildung und Service. Nach seiner Auffassung könne man in rund vier Monaten erste konkrete Ergebnisse erkennen.
Widersinnig nannte er solche Vorhaben, wie sie in Köln und Bremen praktiziert werden, wo der Staat mittels einer sogenannten Kulturabgabe die Mittel in seine Kassen holen will.
Sehr schnell waren sich Moderator Born und sein Gegenüber einig, dass die Sicherheit im Flugverkehr mit der Beantwortung solcher Fragen beginnen müsse: Was bringt die geplante Maßnahme? Wird etwas verbessert? Wem dient es? Das sei bei einigen der aktuell eingeführten Veränderungen nicht zu erkennen und auch bereits ad absurdum geführt worden.
„Die Sicherheit der Bürger ist die Königsdisziplin des Staates“, erklärte der Wissenschaftler Born, und daran müsse sich die Politik in diesen speziellen Fragen orientieren und messen lassen.
Mit der Bemerkung, „Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht bleibt ein Sklave“ entließ er nach einer kurzweiligen Diskussion seine Gäste zum anschließenden get to gether.
Bernd Schenke
