Schade, nicht Mein Schiff…
Dachten sicherlich viele der 19 Journalisten, als am 19. August 2009 um 19 Uhr das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff“ ohne sie ablegte und von Kiel aus zu einer zehntägigen Rundreise in Richtung Stockholm in See stach.

Doch zuvor hatten die Exkursionsteilnehmer des Tourismus Dialog Berlin Gelegenheit, im Rahmen einer exklusiven Führung bei parallel laufendem Check-in das schwimmende Hotel von TUI Cruises kennen zu lernen, geführt von Kommunikations-Direktorin Annette Engelke. Sie sagte, dass 1.900 Passagiere auf das Schiff passen. Bei der bevorstehenden Ostsee-Kreuzfahrt waren es 1.680 Gäste, betreut von einer 780-köpfigen Besatzung aus 50 Ländern. Servicesprache an Bord ist Deutsch. „Unsere Zielgruppe“, so die Direktorin, „ist der Interessentenkreis, der in einem Vier-Sterne-Hotel individuell auf dem Wasser reisen und verschiedene Städte sehen will.“ Das Preissegment dabei bewege sich zwischen 160 und 190 Euro pro Tag inklusive Vollpension, Hafengebühren, Programm, Trinkgeld und Spa-Bereich. Annette Engelke berichtete, dass „Mein Schiff“ insgesamt 14 Decks, zehn Restaurants und Bistros sowie zusätzlich 13 Bars und Lounges, ein Theater mit 900 Plätzen sowie die größte Sauna auf einem Kreuzfahrtschiff besitzt. 50 Millionen Euro betrug die Investition für die Umrüstung und Modernisierung. Etwa die Hälfte davon kosteten allein die zusätzlichen Balkone und der deswegen erforderliche Gewichtsausgleich. Am 16. März 2009 war die Übernahme von der Werft erfolgt und am 23. Mai war Mein Schiff auf Einführungsfahrt gegangen. Die Direktorin erwähnte, dass auch vier- bis fünftägige Kurzreisen im Angebot sind. Bei den längeren Touren werden sieben Ausflüge angeboten. Im Schnitt gehen die Passagiere dabei zweimal pro Reise von Bord.
Nach der Schiffsbesichtigung und einem wehmütigen Blick auf das auslaufende Kreuzfahrtschiff fand im Kieler Segelcamp „24/sieben“ das Medienforum zum Thema Kreuzfahrt-Tourismus statt. „Kreuzfahrten sind ein Wachstumsmarkt“, sagte Bundestagsmitglied Jürgen Klimke, der eigens für diese Veranstaltung nach Kiel gekommen war. Er verwies darauf, dass in Deutschland nur ein Prozent der Urlaube als Kreuzfahrten gemacht werden. In den USA seien es vier, in England zwei Prozent. „Da ist auf jeden Fall noch Nachholbedarf“, so das Mitglied des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag. Klimke betonte, dass es im Jahr 2007 und auch 2008 trotz Wirtschaftskrise Wachstumsraten in diesem Bereich gegeben hat. Die Ostsee sei eine Destination mit großem Nachholbedarf in Europa, aber auch in der Welt.
Dr. Andreas Müller

Jürgen Klimke

Annette Engelke

Restaurant

Pool
(Fotos: AMüller)
