Schokozeit
Die süßeste Verführung auf dem Prüfstand
Dass Schokolade nicht gleich Schokolade bedeutet, ist hinlänglich bekannt. Doch während Milka, Ritter Sport oder Lindt für Otto Normalverbraucher süße Verführungen bedeuten, kümmert sich Schokozeit AG um die Porsches unter den Pralinen und Täfelchen. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Oberschöneweide verschickt an seine „Club“-Mitgliedern monatlich eine Edition edler Schokolade.

Peer Michaelis, Vorstand Schokozeit AG (links), und Rose Marie Donhauser, Journalistin und Autorin. (Foto: Agentur Baganz)
An Genießer und solche, die es werden wollen. Und die das nötige Kleingeld dafür aufbringen können. Immerhin fast 30 Euro sind für so ein kleines Holzkästchen zu berappen. Ein Vorzugspreis im Jahres-Abo einschließlich der Lieferung bis an die Wohnungstür.
Seit kurzem lädt Schokozeit zu recht ungewöhnlichen Verkostungen ein. Pardon, man lädt selbstverständlich zu Degustationen ein, wie das neu-deutsch heißt. Diesmal den Tourismus Dialog Berlin am 17. November 2008 in das Charlottenburger Bio-Restaurant Elysander. Vorstands-Chef Peer Michaelis offerierte seinen Gästen die Kombination von Tafelschokolade und edlen Fruchtsäften. Kombinationen, die durchaus etwas für sich haben. Süße Schokolade und saure Säfte, süße Säfte und bittere Schokolade, süße Säfte – süße Schokalde. Oder, oder, oder… Eine riesige Bandbreite tut sich da auf. Der Schweizer Michaelis, wie viele der Eidgenossen ein ausgewiesener Fachmann für Süßes, bat die Gäste um eine Bewertung. Am Ende sollte jeder Teilnehmer des Nasch-Vergnügens erkennen, was sein ureigener Schoko-Favorit ist und als welcher „Schoko-Typ“ man sich selbst erweist.
Immerhin hat es keine deutsche Tafel-Schokolade in die Erste Liga der Schokozeit AG gebracht. Das ist bedenklich. Auch dass ich einen Tag später in den Süsswaren-Abteilungen meines heimatlichen Stadtbezirkes Marzahn-Hellersdorf keine der mir bis dato ohnehin unbekannten Marken aus Italien, der Schweiz und Frankreich gefunden habe. Allerdings habe ja auch keinen Prosche-Verkaufssalon in der Nähe. Aber chancenlos bin ich trotzdem nicht in Sachen Edel-Schokolade – ich kann ja immer noch Mitglied im Genießer-Club von Schokozeit werden. L. F.
