Wie mehr Touristen in die Hauptstadt locken?
Neue Marketing-Kampagne “Von Berlin hat man mehr!”
“Wien, Wien nur du allein…”, das war einmal. Denn krisenbedingt werden Touristen an der Donau zusehends rar; in Berlin aber auch. Dennoch hofft Burkhard Kieker, Tourismus-Chef an der Spree, am Jahresende auf ein “Plus minus Null”. Es wäre eine Stagnation auf dem Hochniveau der Übernachtungszahlen im Vorjahr: über 18 Millionen.

Klaus-Dieter Richter, Vizepräsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin, Christian Wiesenhütter, stellv. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Berlin, Burkhard Kieker, Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), und Sven Uwe Dettmann, Geschäftsführer von Partner für Spandau (v. l. n. r.) im Gespräch. (Foto: Agentur Baganz)
Wien, so meint Kieker, habe seine Bedeutung für Europa, Berlin sei “die natürliche Drehscheibe zwischen Ost und West”. Das spüre jeder Gast. Berlin setze Trends, mache Mode und habe mit seinem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis in Hotels sowie bei der An- und Abreise “bereits ein hervorragendes Image”. Nach und nach übernehme Berlin wieder die natürliche Funktion einer Hauptstadt. Tourismus sei eine ihrer tragenden Wirtschaftssäulen – mit etwa 255 000 Beschäftigten und jährlich über acht Mrd. Euro Bruttoumsatz.
Opernhäuser, Events und Konzerte, damit werbe man auch in London und Paris. Der BTM-Chef hält allein davon nicht allzu viel . Seine neue Kampagne will mit “Value für money” zeigen, welchen Wert es hat, Berlin zu erleben – mit allem Drum und Dran, “das Menschen aus Deutschland und aller Welt anzieht”. Kieker meint, Berlin habe “noch gar nicht richtig verstanden”, was man draußen “in uns hineindenkt”: Unverwechselbare Identität. Vielen gelte “Berlin als eine der drei, vier großen Weltmetropolen, die wieder aufgetaucht ist aus dem Ozean, in dem sie etliche Jahrzehnte aus historischen Gründen verschwunden war”. Dies zu erkennen und “mit gesundem Selbstbewusstsein umzusetzen”, sieht Kieker als Aufgabe seines Hauses an.
Die Berlin Tourismus Marketing GmbH verbreitet ihre veränderte Botschaft künftig mit weit weniger Gedrucktem, über das optimierte Call Center und zunehmend im Internet. Enger wird auch das Bündnis mit dem Hotel- und Gaststättenverband. Denn hiesige Luxus-Hotels beginnen schon zu klagen; ähnlich wie in Wien.
Josef Feistl
